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WM-Silber und -Bronze für das Mountainbike Racingteam

Simon Gegenheimer wird Mountainbike Vizeweltmeister in Barcelona. Mit Ricky Morales holt sein Teamkollege aus Puerto Rico zudem die Bronzemedaille ins deutsche Mountainbike Racingteam

Es war der zu erwartende Zweikampf der beiden besten Mountainbike Sprinter der Welt, Titouan Perrin-Ganier aus Frankreich und der deutsche Simon Gegenheimer. Bereits im Weltcup duellierten sie sich in den vergangenen zehn Monaten auf allen fünf Kontinenten mit Zentimeterabstand, hier noch mit dem hauchdünnen Vorsprung für den Deutschen Gegenheimer. Bei der Weltmeisterschaft in Barcelona war es der Franzose, welcher das allerhöchste Treppchen besteigen durfte. Gegenheimer gewann zwar den Start, fuhr nach eigener Aussage jedoch die erste Kurve zu passiv. In dieser konterte der Franzose direkt auf der Außenlinie und behauptete seine Führung bis über den Zielstrich. „Ich sah, dass Simon nicht mit allem Risiko in die Kurve ging und wusste ich muss diese eine Chance nutzen. Simon ist ein großartiger Sportler und sehr fairer Konkurrent, denn bei meinem Überholmanöver hätte man mir auch meine Fahrlinie zumachen können, doch selbst bei einem WM-Rennen, um den Titel, sieht man so etwas nicht von ihm. Ein großes Kompliment an den Silbermedaillengewinner und Sieger des Gesamtweltcups“, so der amtierende Weltmeister aus Frankreich nach der Siegerehrung.

Trösten konnten auch diese Worte Gegenheimer’s erste Enttäuschung nicht: „Ich hatte es in der Hand und hätte trotz gewonnenem Start mit vollem Risiko in die Kurve gehen müssen. Doch es sind intuitive Entscheidungen, die man während eines solchen Rennens treffen muss, diese habe ich leider falsch getroffen. Meine Vorbereitung, das Training, mein Bike, mein Racingteam, alles war optimal und hätte mich zum zweiten Weltmeistertitel gebracht“, so der Vizeweltmeister im nachfolgenden Presseinterview. Und es sah wirklich alles nach Mission Titelverteidigung aus, Gegenheimer schlug sich souverän in den Vorläufen, sah sicher über die Hindernisse aus und gewann den Zeitlauf zwischen dem Plaça d’España und dem Parc Montjuïc in der Innenstadt der spanischen Metropole. Zudem hatte sein Mountainbike Racingteam mit Ricky Morales einen Teamkollegen im Sprintfinale positioniert. Letztendlich reichte es zwar nicht für Gold, aber die Silbermedaille, wie auch die Bronzemedaille gehen in das Mountainbike Racingteam nach Aalen. Und er wird diese Silbermedaille nach geraumer Zeit sicherlich noch wertschätzen können, dem Teamkollege aus Puerto Rico fiel dies deutlich leichter: „Ich war im Ziel erstmal enttäuscht, wir wollten gewinnen und meine Aufgabe war es Simon auf diesem Weg zu unterstützen. Doch ich hätte zu Beginn dieser Saison nie geglaubt, eine Regenbogenmedaille um den Hals zu tragen. Mein Team ist großartig und sagte mir das gesamte Jahr hinweg, Ricky, warte auf Barcelona, da wird dein Tag kommen. Und er kam“, so der Mann, welcher die erste Mountainbike Weltmeisterschaftsmedaille auf seine karibische Insel bringt.

Teamkapitän Steffen Thum verweist zudem auf eine großartige Saison und dass man mit einem langfristig leistungsfähigen Kader im Mountainbike Racingteam aufgestellt sei: „Sieben Weltcupsiege, der Gesamtweltcup bei den Männern, Platz zwei bei den Damen, WM-Bronze und WM-Silber, aber mehr als die simple Addition der Titel freut mich, dass wir das nicht auf einem Rücken absolvieren, sondern es mit dem gesamtem Racingteam stemmen. Simon als konstanter Champion, Marion bei den Damen, aber auch unsere latino Newcomer zeigen zu was wir als Racingteam im Stande sind. Bei einer Aktienanlage würde man sagen äußerst lukrativ, kurzfristig als auch langfristig und trotzdem mit genügend Diversifikation solide abgesichert“, so Steffen Thum bilanzierend zum weltweit erfolgreichsten UCI-Team der Sprintsaison.